Was ist AdBlue? Teurer Zusatz und angeblicher Unkrautvernichter
Wenn ihr ein modernes Dieselfahrzeug habt, müsst ihr auch regelmäßig AdBlue kaufen und in den vorgesehenen Tank füllen. Aber was ist AdBlue eigentlich? Und kann man den Dieselzusatz wirklich tatsächlich auch als Unkrautvernichter nutzen?

Wenn ihr ein modernes Dieselfahrzeug habt, müsst ihr auch regelmäßig AdBlue kaufen und in den vorgesehenen Tank füllen. Aber was ist AdBlue eigentlich? Und kann man den Dieselzusatz wirklich tatsächlich auch als Unkrautvernichter nutzen?
Wozu braucht man AdBlue?
Seit dem Jahr 2015 müssen Diesel-Pkw die Abgasnorm Euro 6 einhalten, von denen es mittlerweile die Unterkategorien von 6c bis 6f gibt. Diese bestimmen die Grenzwerte für die entsprechende Schadstoffart: So darf ein Diesel-Pkw maximal 500 mg/km Kohlenstoffmonoxid (CO) ausstoßen. Bei Stickoxiden (NOx) sind es maximal 80 mg/km (Quelle: eur-lex.europa.eu).
AdBlue wird eingesetzt, um vor allem die gesundheitsbedenklichen Stickoxidemissionen (Abgase) von Dieselmotoren zu reduzieren und den Schadstoffausstoß zu senken.
Zur Erklärung: Stickstoffoxide sind verschiedene gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Oft werden nur die beiden wichtigsten Verbindungen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) dazu gezählt, die beide als giftig gelten.
Was ist AdBlue?
AdBlue ist eine farblose, fast geruchlose, reizende Flüssigkeit, die zu 32,5 % aus Harnstoff und demineralisiertem Wasser besteht. Die wässrige Harnstofflösung wird auch als „AUS 32“ bezeichnet. Harnstoff selbst hat die chemische Formel CH₄N₂O und wird mittlerweile künstlich hergestellt, indem Ammoniak (NH₃) mit Kohlenstoffdioxid (CO₂) gebunden wird. AdBlue wird in einen Extra-Tank moderner Dieselfahrzeuge gefüllt (Größe je nach Fahrzeug zwischen 8 bis 40 Liter). Dadurch soll der Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 90 Prozent sinken.Link
Ist Adblue giftig?
Nein. Adblue gilt nicht als giftig. Allerdings kann es Augen, Haut und Atemwege reizen, wenn es damit in Verbindung kommt. Schutzbekleidung ist nicht nötig. Allerdings wird empfohlen, den Harnstoff bei Hautkontakt mit viel Wasser abzuspülen. Außerdem kann es auf Metalle wie Eisen, Nickel und Stahl korrosiv wirken sowie Lacke und Kunststoffe angreifen (Quelle: ADAC).
Falls ihr AdBlue nicht nachfüllt, bleiben moderne Dieselfahrzeuge meistens stehen. Deaktivieren kann man die Harnstoff-Zufuhr auch nicht ohne Weiteres:Link
Wie funktioniert AdBlue?
AdBlue verwandelt Schadstoffe in harmlosere Stoffe: Im Katalysator reagieren die Stickstoffe aus den Abgasen mit AdBlue, wodurch sie in Wasserstoff und harmlosen Stickstoff umgewandelt werden. Das Ergebnis entweicht dann über den Auspuff. Dieser Prozess wird selektive katalytische Reduktion (englisch: Selective Catalytic Reduction) genannt.
AdBlue gegen Unkraut: Geht das?
Chemische Unkrautvernichter sind in Deutschland verboten. Dazu gehört auch AdBlue, auch wenn es nicht offiziell als Mittel gegen Unkraut zugelassen ist.
Die vernichtende Wirkung bei Unkraut ist allerdings nicht belegt: Denn die Lösung selbst besteht zum Großteil aus Harnstoff, der als Dünger bei Pflanzen eingesetzt wird (Quelle: Duengerfuchs). Demnach wäre es unlogisch, wenn AdBlue gegen Unkraut helfen würde. Ansonsten gilt AdBlue grundsätzlich als biologisch abbaubar, wasserlöslich, ungiftig und farblos (Quelle: RWZ), man sollte aber trotzdem auf die richtige Entsorgung achten.
Wie entsorge ich AdBlue?
AdBlue hat ein Haltbarkeitsdatum. Wenn dies überschritten ist, kann sich der darin enthaltene Harnstoff zersetzen, wodurch er nicht mehr den Qualitätsanforderungen entspricht und Schäden am Auto verursachen kann.
Die AdBlue-Verpackungen könnt ihr je nach regionaler Regelung in die Restmüll- oder Plastikmülltonne werfen. In Berlin ist dafür beispielsweise der Plastikmüll vorgesehen. Kleinere Restmengen können in den Abfluss gegeben werden, allerdings ist AdBlue ein wassergefährdender Stoff der Stufe 1 und sollte nicht ins Grundwasser gelangen. Größere Mengen entsorgt ihr daher auf dem Wertstoffhof (Quellen: berlin-recycling.de, entsorgen.org).
Die Kosten: Wann und wo kann ich AdBlue kaufen?
AdBlue kostet an Tankstellen zwischen 1,50 Euro bis 4,00 Euro pro Liter. Habt ihr also einen 10-Liter-Tank AdBlue, kostet euch das ungefähr 15 bis 40 Euro. Auch wenn das teuer ist, kann kaum jemand darauf verzichten. Denn ist der AdBlue-Tank leer, startet der Diesel-Pkw nicht mehr (Quelle: ADAC).
Wann ihr AdBlue tanken müsst, verraten euch eure Kontrollleuchten. Knapp 2.000 Kilometer habt ihr noch, bevor die Warnlampe von gelb auf rot schaltet. Spätestens jetzt solltet ihr zur nächstgelegenen Tankstelle fahren, da euer Auto sonst nicht mehr anspringt.
Kaufen könnt ihr AdBlue in fast allen Baumärkten, Läden für Kfz-Zubehör, Tankstellen, Werkstätten, sowie an speziellen AdBlue-Zapfsäulen und im Onlinehandel in Kanistern verschiedener Größe (Hoyer AdBlue bei Amazon ansehen).
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