Samsung Galaxy Tab S10 Ultra im Test

Das derzeit größte und vielleicht beste Android-Tablet ist das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra – sofern man sich nicht erschlagen fühlt. Was das Premium-Gerät bietet, zeigt der Test.

Mär 29, 2025 - 09:57
 0
Samsung Galaxy Tab S10 Ultra im Test

Das derzeit größte und vielleicht beste Android-Tablet ist das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra – sofern man sich nicht erschlagen fühlt. Was das Premium-Gerät bietet, zeigt der Test.

Das Galaxy Tab S10 Ultra ist Samsungs neues High-End-Tablet. Wem selbst das Galaxy Tab S10+ zu klein ist, erhält hier ein gewaltiges 14,6-Zoll-OLED-Display mit brillanter Bildqualität. Das macht das Tablet ideal zum Streaming auf der Couch oder im Bett sowie für mobiles Arbeiten mit viel Bildschirmfläche.

Allerdings ist es auch groß wie ein halber Laptop. Die Größe hat ihren Preis – nicht nur finanziell. Mit seinen Abmessungen ist das Tab S10 Ultra alles andere als handlich und passt kaum in eine normale Tasche. Unser Test zeigt, ob das Tablet seinen „Ultra“-Anspruch wirklich erfüllt.

Design

Das Galaxy Tab S10 Ultra ist gigantisch, extrem flach und hochwertig verarbeitet. Mit nur 5,4 mm Gehäusedicke ist es schlanker als ein iPad Air, während das Aluminium-Gehäuse für ausreichend Stabilität sorgt. Die Verarbeitung ist tadellos und kommt ohne unsaubere Übergänge aus. Trotz der gewaltigen Maße von 326 × 209 mm liegt es besser in der Hand, als das Gewicht von 718 g vermuten lässt.

Das 14,6-Zoll-OLED-Display dominiert die Front und besticht durch schmale Ränder. Vorn gibt es weiterhin eine Notch für die beiden Frontkameras, die das Erlebnis jedoch nicht allzu sehr stört – auch wenn es ohne sie schöner wäre. Grund dafür ist der schmale Display-Rand. Die Kameralinsen auf der Rückseite sind von auffälligen Metallringen eingefasst, ähnlich wie bei den Smartphones der Galaxy-S-Reihe. Der S Pen haftet magnetisch auf einem markant abgesetzten Bereich auf der Rückseite, doch die Befestigung ist nicht ideal, sodass der Stift leicht verloren gehen kann.

Der Power-Button, die Lautstärkewippe und der microSD-/SIM-Slot sind an der langen Oberkante untergebracht. Rechts sitzt der USB-C-Anschluss, während vier weit auseinander platzierte Lautsprecher für klaren Stereoklang sorgen. Über Pogo-Pins an der Unterseite lässt sich eine Tastatur anschließen – die man allerdings separat kaufen muss.

Ein echtes Upgrade ist der IP68-Schutz gegen Staub und Wasser, sodass das Tablet auch ein Missgeschick in der Badewanne übersteht. Doch Vorsicht: Wasserschäden deckt die Garantie von Samsung trotzdem nicht ab.

Display

Samsung setzt beim Display des Galaxy Tab S10 Ultra auf Bewährtes. Die Auflösung von 2960 × 1848 Pixeln im 8:5-Format sorgt mit 239 PPI für eine scharfe Darstellung. Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Farben, Kontraste und Blickwinkelstabilität sind erstklassig, während die 120-Hz-Bildwiederholrate für eine flüssige Darstellung sorgt.

Mit einer maximalen Helligkeit von rund 900 Nits laut Hersteller ist das Display auch draußen gut ablesbar. Das ist deutlich mehr als etwa beim Galaxy Tab S10+. Neu ist wie schon beim Galaxy Tab S10+ die Antireflexbeschichtung, die Spiegelungen spürbar reduziert, wenn auch nicht vollständig eliminiert. Eine matte Display-Variante, wie sie Huawei und Lenovo bereits anbieten, könnte eine interessante Option für kommende Generationen sein.

Kamera

Das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra bietet wie schon der Vorgänger mit insgesamt vier Kameras eine für Tablets ungewöhnliche Ausstattung. Auf der Rückseite sitzen eine 13-Megapixel-Hauptkamera (f/2.0) und eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2). Die Front beherbergt zwei 12-Megapixel-Sensoren (beide f/2.4) für Weit- und Ultraweitwinkelaufnahmen.

Die Hauptkamera liefert Ergebnisse auf dem Niveau eines guten Mittelklasse-Smartphones: natürliche Farben, ordentliche Schärfe und eine akzeptable Dynamik. Für professionelle Fotografie ist sie nicht gedacht, reicht aber für Schnappschüsse oder das Abfotografieren von Dokumenten.

Die beiden Frontkameras punkten vorwiegend bei Videotelefonie. Dank des großen Displays und der Ultraweitwinkeloption bleiben auch mehrere Personen im Bild. Die Qualität ist bei gutem Licht solide, allerdings sind Videoaufnahmen auf Ultra-HD mit 30 Bildern pro Sekunde begrenzt – 60 FPS wären für flüssigere Bewegungen wünschenswert.

Insgesamt bleibt die Kameraausstattung ein nettes Extra, aber kein Kaufargument – schließlich nutzt kaum jemand ein 14,6-Zoll-Tablet zum Fotografieren und Filmen.

Ausstattung

Bisher setzte Samsung bei seinen High-End-Tablets auf Qualcomm-Chips, doch beim Galaxy Tab S10 Ultra kommt nun ein MediaTek Dimensity 9300+ zum Einsatz. In den Benchmarks zeigte sich jedoch eine positive Überraschung: Der Chip hält weitgehend mit dem Snapdragon 8 Gen 3 mit. Im PCmark erreicht er solide 17.000 Punkte, während er im Grafikbenchmark 3Dmark „Wild Life Extreme“ mit 5300 Punkten sowie bei „Solar Bay“ mit 8200 Punkten glänzt.

Auch die restliche Ausstattung ist erstklassig: 12 GB RAM bei internem Speicher von 256 oder 512 GB sowie 16 GB RAM bei 1 TB. Dazu kommen USB-C 3.2 mit Displayport, Bluetooth 5.3 und Wifi 7. Der Speicher lässt sich per microSD erweitern, und bei der Ortung unterstützt das Tablet GPS, Glonass, Galileo, Beidou und QZSS. Der Klang der vier Lautsprecher bleibt hervorragend. Ferner reagiert der im Display integrierte Fingerabdruckscanner zuverlässig und schnell.

Der S Pen bleibt ein Highlight: Neben Notizen und Zeichnungen ermöglicht er Screenshots, Gestensteuerung und sogar KI-gestützte Skizzen. Er lädt magnetisch auf der Rückseite.

Software

Das Galaxy Tab S10 Ultra läuft mit One UI 6.1.1 noch auf Basis von Android 14. Ein Update auf One UI 7 mit Android 15 soll schrittweise ab April 2025 folgen, wie die Kollegen aus dem Newsroom berichtet haben.

One UI bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Multitasking läuft auf dem großen Display reibungslos, und der DeX-Modus verwandelt Android in eine PC-ähnliche Oberfläche – ideal für produktives Arbeiten mit Tastatur und Maus. Zudem unterstützt das Tablet Multi-Window für Splitscreen-Multitasking und die Einrichtung mehrerer Nutzerkonten, was es besonders familienfreundlich macht.

Samsung garantiert sieben Jahre Updates, allerdings kommen Sicherheits-Patches nur quartalsweise statt monatlich. Android-Updates werden ebenfalls langsamer ausgerollt. Zum Testzeitpunkt im März war der Patch aus Februar noch aktuell. Alle Galaxy-AI-Funktionen sind an Bord – besonders kreativ ist die KI-gestützte Zeichenfunktion: Sie verwandelt „Skizze zu Bild“ einfache Kritzeleien mit dem S Pen in digitale Kunstwerke im Aquarell- oder Cartoon-Stil.

Akku

Der Li-Ionen-Akku mit 11.200 mAh hält solide acht Stunden beim Battery Test von PCmark durch. Das ist nicht rekordverdächtig, geht aber für ein Tablet in Ordnung. Bei der Videowiedergabe läuft das große Tablet auch länger. Geladen wird über USB-C mit maximal 45 Watt, eine volle Ladung dauert rund anderthalb Stunden. Kabelloses Laden gibt es aber nicht.

Preis

Das Samsung Galaxy Tab S10 Ultra ist ein teurer Spaß. Die UVP für das Modell mit 12/256 GB liegt bei stolzen 1189 Euro. Knapp ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung ist der Preis nun spürbar gesunken. Das Modell mit 256 GB bekommt man ab 949 Euro. Mit 512 GB geht es bereits bei 973 Euro los. Das Modell mit 1 TB kostet schon stolze 1130 Euro.

Das Modell mit 5G hat einen ordentlichen Aufpreis: Das Modell mit 256 GB kostet schon 1079 Euro, mit 512 GB rund 1185 Euro und das Top-Modell mit 1 TB und Mobilfunk liegt bei 1231 Euro.

Fazit

Wer ein besonders großes Android-Tablet mit einem möglichst großen Display, viel Leistung und einem exzellenten OLED-Display sucht, wird beim Samsung Galaxy Tab S10 Ultra fündig. Auch mit dem MediaTek-Chip bietet das Tablet starke Leistung für Gaming und Unterhaltung. Der Bildschirm ist hell genug, um auch im Freien noch ablesbar zu sein. Dank einer speziellen Beschichtung sind Reflexionen weniger stark sichtbar. Zudem gibt es sieben Jahre Software-Updates.

Allerdings ist das große Tablet aufgrund der Abmessungen ziemlich wuchtig und so nicht immer einfach in einer Tasche zu transportieren. Zudem fehlt noch Android 15, auch wenn ein Update ab April erwartet wird. Der Unterschied zum Vorgänger, dem Galaxy Tab S9 Ultra, fällt nur sehr gering aus.

  • großes & helles Top-Display
  • starke Performance
  • Software-Updates für 7 Jahre & KI
  • tolle Verarbeitung & wasserdicht
  • schwer zu transportieren wegen Größe
  • Stift kann leicht verloren gehen
  • teuer