Mit Videos mehr Geld verdienen: Spotify startet Partner Program für Podcast Hosts in Deutschland

Mit dem neuen Partner Program können Podcast Hosts ihre Videos zweifach monetarisieren. Das soll den Videofokus und die Konkurrenz zu YouTube stärken, birgt aber auch Risiken. Auch in Deutschland folgt der Roll-out.

Mär 27, 2025 - 13:13
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Mit Videos mehr Geld verdienen: Spotify startet Partner Program für Podcast Hosts in Deutschland

UPDATE

Das neue Spotify Partner Program (SPP) kommt am 29. April auch nach Deutschland. Außerdem wird es in Österreich und der Schweiz, Belgien, Frankreich, Irland, Luxemburg, den Niederlanden sowie Neuseeland ausgerollt. Damit können die Podcast Hosts und Creator auch hierzulande auf eine neue Art der Monetarisierung zugreifen. Saruul Krause-Jentsch, Head of Podcasts, Central Europe bei Spotify, kommentiert:

Das Spotify Partner Program ist für uns eine bahnbrechende Neuerung. Mit dem Start von SPP bieten wir Creator*innen völlig neue, einfache und nutzerorientierte Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Spotify for Creators bietet nicht nur alle Tools, um die Reichweite zu erhöhen, sondern erschließt mit dem Partner Program auch neue Einnahmequellen durch Audience-basierte Auszahlungen sowie Werbemonetarisierung auf Spotify Free und anderen Podcast-Plattformen. Da der Videokonsum auf Spotify weiter wächst, möchten wir Creator*innen mehr Verdienstmöglichkeiten eröffnen, während wir unseren Zuschauer*innen ein nahtloses und noch intensiveres Content-Erlebnis bieten.

Nach dem Roll-out der Option in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien im Januar haben sich bereits deutliche Mehreinnahmen bei Creatorn gezeigt. So sind laut Spotify die Auszahlungen des Spotify Partner Programs an Creator im Januar 2025 um über 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Bereich Spotify for Creators finden Interessierte die Option, in unserem Artikel zeigen wir die Vorteile und Kontexte detailliert auf.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 3. Januar 2025.


Am 2. Januar startete der wohl bekannteste Musik-Streaming-Dienst der Welt, Spotify, sein neues Partner Program. Erstmals beim Now Playing Event im November angekündigt, können erste Creator jetzt auf die neuen Monetarisierungsmöglichkeiten bauen, die mit dem Programm einhergehen. Dabei ist die Option, direkt an den Einkünften aus Ads und über das Engagement zahlender User in ihren Podcast-Videos beteiligt zu werden – und zwar basierend auf dem Engagement – besonders verlockend. Damit bietet Spotify eine ähnliche Auszahlungsoption wie auf YouTube. Das könnte jedoch ein Problem der Plattform fördern. Und viele Creator müssen auf die Optionen ohnehin noch warten.


„Biggest Change Ever“: 

Spotify Podcaster erhalten Ad-Beteiligung nach Engagement

Spotify Now Playing Event
© Spotify via Canva


Spotify und der Videofokus: Gepusht durch Einnahmeoptimierung

In einem Interview mit OnlineMarketing.de beschrieb Saruul Krause-Jentsch, Head of Video bei Spotify, die Relevanz von Video-Podcasts schon 2023:

Video-Podcasts bieten eine zusätzliche Dimension der Interaktion und schaffen ein umfassenderes Erlebnis für die Hörer:innen, was die Bindung an die Plattform verstärkt.

Auch mit der Umbenennung des Creator-Portals Spotify for Podcasters zu Spotify for Creators wird die wachsende Bedeutung der Videoformate unterstrichen. Die Nutzung von Video-Podcasts war im November 2024 mit Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate um achtundachtzig Prozent gestiegen. Über 250 Millionen User hatten zu der Zeit schon einen Video-Podcast angesehen, Tendenz steigend. Creator erhalten inzwischen Zugriff auf ein neues Dashboard, in dem sie Analytics einsehen, Video-Uploads planen und kurze Clips erstellen können, um das Engagement zu steigern. Diese Clips sind seit ihrer Einführung im November laut Spotify bereits 33 Prozent effektiver als Previews, wenn es darum geht, Browsende zu Hörer:innen zu machen. Die Kurzvideos, die an TikTok und YouTube Shorts erinnern, werden auf der gesamten Plattform Usern vorgeschlagen.

Die User können Inhalte zudem mühelos auf Social Media teilen, wie beispielsweise über Instagram und TikTok.

So sehen geteilte Audios auf TikTok aus, © Spotify, 4 Smartphone Mockups mit Spotify und TikTok App auf Screen, violetter Hintergrund
So sehen geteilte Audios auf TikTok aus (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Spotify

Auch ein neues Kommentar-Feature verstärkt die Bindung zwischen Podcast Hosts und Usern, da Interaktionen direkt auf der Plattform stattfinden können. Diese Verbindung soll nun für noch mehr Umsatz sorgen, für Spotify und die Podcast Hosts.

Das Partner Program mit seinen Vor- und Nachteilen

Der große Vorteil des neuen Partner Programs ist, dass die Creator direkt am Engagement der User mitverdienen können. So erklärte das Unternehmen im November:

[…] And they’ll get paid out by Spotify based on actual engagement, which is better for everyone. We’re really excited about this and think this will immediately translate to more audience growth and retention, as well as more revenue, for most video podcasters […].

So erhalten die Podcast Creator eine Umsatzbeteiligung basierend auf dem Engagement zahlender Creator und sie können ihre Videos im Spotify Free-Kontext mit Werbung monetarisieren. Spotify erklärt im neuen Blog Post:

[…] This dual approach gives creators greater flexibility and control, helping them navigate industry shifts and maintain consistent revenue streams. Users, meanwhile, benefit from enhancements to the viewing experience and a bigger and better catalog of video podcasts, and Premium users are able to watch without interruptions from third-party ads. While a creator’s baked-in sponsorships will remain in episodes, traditional dynamic ads will not interrupt the video for Premium users, creating a seamless viewing experience on any device.

Da von den über 640 Millionen Spotify Usern nur rund 250 Millionen zahlende Abonnent:innen sind – die ab jetzt auch Videoinhalte ohne Ads sehen können –, können sich das Unternehmen und die Creator über hohe Einkünfte durch Ads freuen. Seit November 2024 haben sich schon mehr als 65 Prozent der qualifizierten Shows für das Programm angemeldet. Der Wermutstropfen für viele Creator in Europa ist aber: Das Partner Program ist zunächst nur in den USA, in Großbritannien, Australien und Kanada verfügbar. Hinweise auf einen EU-Roll-out wurden noch nicht geliefert.

Und während das neue Monetarisierungsprogramm unweigerlich den starken Fokus auf Video-Content untermauert, schreckt genau diese Entwicklung auch einige Podcast Creator ab. Denn viele möchten Podcasts als reines Audioformat anbieten und scheuen eventuell den hohen Aufwand zur Videoproduktion. Außerdem ließe sich die Annäherung Spotifys an Social-Media- und Entertainment-Plattformen wie TikTok, YouTube und Instagram kritisieren. Zugleich ist deren Erfolg und Auswirkung auf die Nutzungsmuster vieler User aber maßgeblich für die Inhalte unserer Zeit. Kurzvideos gehören längst im Kern zur digitalen Erfahrung, ob auf Google, TikTok, Twitch, LinkedIn oder Spotify. Es ist an den Creatorn, die Potentiale dieses Formats für die eigenen Ziele und Zielgruppen auszuloten. Optionen, um sie in Reichweite und sogar Umsatz umzuwandeln, liefern die Plattformen zuhauf.


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© Spotify via Canva