KoRo im Interview: Wie aus Snacks echte Lovebrands werden
Klara Modes ist Influencer Marketing Leaderin bei Koro. Sie verrät im Interview, wie echte Beziehungen, kreative Freiheit und der richtige Plattformmix Creator-Kooperationen wirklich erfolgreich machen.

5 Key Takeaways aus dem Interview mit KoRo
- KoRo setzt auf langfristige, authentische Influencer-Beziehungen statt kurzfristige Kampagnen.
- Der Zielgruppen-Fit zählt mehr als die Reichweite – mindestens 70 Prozent der Follower müssen im Zielmarkt leben.
- Creator erhalten maximale kreative Freiheit ohne starre Briefings oder Freigaben.
- Instagram und Podcasts sind KoRos stärkste Plattformen – TikTok und Twitch werden aktuell getestet.
- Das Influencer Marketing wird bei KoRo als Performance-Kanal mit klaren KPIs bewertet.
So funktioniert authentisches Influencer Marketing bei KoRo
Ein Produkt, das man sich selbst ausgesucht hat und es dann im Alltag einsetzt – das kann man mit absoluter Überzeugung empfehlen,
erklärt Klara Modes, die bei KoRo das Influencer Marketing verantwortet. Es ist diese Kombination aus Freiheit und Authentizität, die KoRo zu einer der spannendsten Creator-Marken im deutschen Food-Bereich gemacht hat.

Auf TikTok wird gesnackt, im Podcast wird gesnackt, auf Instagram sowieso. Und wenn es um snackable Content und reale Empfehlungen geht, ist KoRo schon lange vorne mit dabei. Die Berliner Marke setzt konsequent auf Creator, die nicht nur posten, sondern wirklich Lust auf die Produkte haben – und genau deshalb performt das Influencer Marketing bei KoRo so gut. Wie Community Engagement und Entertainment bei KoRo auch auf der Plattformebene funktionieren, zeigt ein Beispiel von einem Karnevals-Rave in Köln: Dort war KoRo nicht nur als Snack-Partner:in am Start, sondern Teil des viralen Reels von dem Account koelnistkool
Warum KoRo das Creator Game so gekonnt spielt, wieso echte Beziehungen dabei wichtiger sind als hohe Reichweiten – und welche Plattformen die Marke jetzt ins Visier nimmt, erklärt Klara Modes im Interview mit OnlineMarketing.de.
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Interview mit KoRos Influencer-Marketing-Expertin: Wie Authentizität, Creator Fit und Plattformvielfalt das Influencer Marketing der Brand prägen
Klara Modes kennt das Creator Game aus erster Hand. Als Leaderin des Influencer Marketing Teams verantwortet sie eine der erfolgreichsten Creator-Strategien im deutschen E-Commerce. Ihr Ansatz: weg von starren Kampagnen, hin zu echten Beziehungen – mit Fokus auf Zielgruppen-Fit, langfristige Kooperationen und maximaler kreativer Freiheit für die Creator. In ihrer Rolle hat Modes nicht nur den Aufbau eines der größten deutschen Influencer-Portfolios im Food-Bereich begleitet, sondern auch KoRos frühe Expansion in neue Kanäle wie Podcasts, TikTok und Twitch mitgestaltet. Dabei steht für sie stets im Mittelpunkt, wie Markenbotschaften organisch in den Alltag von Creatorn und deren Communities eingebettet werden können.
Als gefragte Sparrings-Partnerin für Brand-Kollaborationen denkt Modes Influencer Marketing nicht als reine Awareness-Maßnahme, sondern als performancegetriebenen Baustein im digitalen Marketing-Mix – mit klaren KPIs, aber ohne Kontrollwahn. Ob Instagram, Audio oder Social-Video: Modes setzt auf Plattformvielfalt, datengestützte Entscheidungen und eine ehrliche Haltung gegenüber Partner:innen. Wie genau KoRo das Creator Marketing strategisch aufstellt, warum nicht Reichweite, sondern Begeisterung zählt – und welche neuen Kanäle jetzt relevant werden, verrät sie im Interview.
Das Interview
OnlineMarketing.de: KoRo und Influencer – das perfekte Match: Warum eignet sich KoRo so gut für Influencer Marketing? Liegt es an eurer Community, den Produkten oder eurer speziellen Herangehensweise an Kooperationen?
Klara Modes: Ich denke, es ist eine Kombination aus unseren sehr guten Produkten und der Freiheit bei der Content-Kreation, die wir lassen. Authentische Empfehlungen von Snacks und Rezepten, die man liebt, kommen bei fast jeder Community gut an. Über Essen können sehr persönliche Verbindungen geschaffen werden. Das wollen wir mit unseren offenen Briefings und langfristigen Kooperationen fördern.
Die Zusammenarbeit mit der Influencerin Maya, bekannt als fitgreenmind, war besonders erfolgreich. Maya teilt pflanzenbasierte Rezepte und hat eine 3,9-Millionen-große Community auf Instagram.
Strategie statt Zufall: Wie KoRo zur Lovebrand wurde
Vom Nischen-Player zur Lovebrand: Wie habt ihr es geschafft, KoRo durch Influencer Marketing von einer unbekannten Marke zu einer echten Lovebrand zu entwickeln? Gibt es einen Schlüsselmoment oder eine besondere Kampagne, die diesen Wandel eingeleitet hat?
Ich denke, unser Geheimnis liegt darin, dass wir schon sehr früh mit Influencer:innen Marketing begonnen haben, als es den Begriff oder den Beruf „Influencer:in“ noch nicht mal gab. KoRo hat bereits 2016 Pakete an Fitness Influencer:innen geschickt, die damals auf YouTube groß waren. Ohne viel Briefing oder einen Vertrag. Das hat die Verkaufszahlen positiv beeinflusst und man begann das Influencer:innen Marketing und ein Team dafür aufzubauen. Von da an waren wir als Kooperationspartner:in für Influencer:innen nicht mehr wegzudenken. Auch ins Podcast Marketing sind wir als eine der ersten Brands eingestiegen. Das in Kombination mit super Produkten und einem sehr erfolgreichen eigenen Brand-Kanal auf Instagram hat eine große und treue Community geschaffen.
Im vergangenen Jahr zählte KoRo laut Daten von Storyclash zu den erfolgreichsten Food Brands auf Social Media – und das mit über 25.000 Mentions auf Instagram, TikTok und YouTube. Damit reiht sich die Berliner Snack-Marke direkt hinter Playern wie ESN, More Nutrition und Prozis ein und lässt große Fashion Labels wie Zalando und Les Lunes hinter sich. Der Erfolg zeigt: KoRos Creator-First-Strategie mit Fokus auf authentische Empfehlungen, Plattformvielfalt und Snackable Content performt nicht nur in Podcasts, sondern auch visuell und viral auf den größten Social-Plattformen.
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Influencer-Auswahl à la KoRo: Was sind die geheimen Zutaten eures Rezepts bei der Auswahl von Influencern? Achtet ihr mehr auf Reichweite, Engagement oder die persönliche Leidenschaft für eure Produkte?
Wir achten vor allem auf den Zielgruppen-Fit und die Begeisterung für unsere Produkte. Unsere Zielgruppe ist zwischen 25 und 35 Jahren sowie vorwiegend weiblich – diese Kriterien sollte die Follower:innenschaft in den meisten Fällen auch mitbringen. Natürlich sollten diese Follower:innen auch im passenden Markt ansässig sein. Für uns gilt dabei, mindestens 70 Prozent müssen aus dem Markt, den wir ansprechen wollen, kommen. Die Reichweite ist dann gar nicht so entscheidend. Wir arbeiten mit Creator:innen mit 10.000, aber auch eine Millionen Follower:innen zusammen. Je nach Themenschwerpunkt – also zum Beispiel Familie, Food oder Comedy – haben wir noch ein paar individuelle Kriterien.
So laufen Influencer-Kooperationen bei KoRo ab
Welche Plattformen sind für euch aktuell am wichtigsten? Gibt es Kanäle, die ihr künftig stärker bespielen möchtet – und warum?
KoRo arbeitet beispielsweise mit Creatorn wie minimalara zusammen, die in ihrem TikTok Content regelmäßig auf die Produkte der Brand setzt – authentisch inszeniert, mit einem Augenzwinkern und viel Community-Resonanz.
@minimalara Anzeige/ mit „MINIMALARA“ könnt ihr auch immer bei @KoRo ♬ Originalton – Lara
Instagram und Podcasts sind für uns immer noch die stärksten Kanäle, aber natürlich schauen wir auch immer, wie wir noch weitere Zielgruppen erreichen können. Twitch und TikTok sind da zum Beispiel im Moment interessante Kanäle, die wir austesten.
Warum TikToks Commerce-Pläne nicht ganz reibungslos laufen, lest ihr im Artikel.
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Creator im Fokus: Gibt es bestimmte Influencer oder Creator, mit denen ihr besonders gerne arbeitet und warum? Gibt es Kooperationen, die euch besonders überrascht haben?
Wir arbeiten gern langfristig mit Creator:innen zusammen. Das schafft ein gutes Verständnis und Vertrauen auf beiden Seiten und gibt einer Produktempfehlung an die Follower:innen nochmal mehr Authentizität. Das setzt natürlich voraus, dass die Kooperationspartner:innen unsere Produkte auch wirklich lieben und gern nutzen.
Wenn die Zusammenarbeit besonders gut läuft, bauen wir die Kooperation auch gern aus. Zum Beispiel war Maya vom Kanal @fitgreenminddas Gesicht unserer diesjährigen Veganuary-Kampagne. In Italien haben wir mit unserer Kooperationspartnerin Carlotta Perego aka Cucina Botanica ein sehr erfolgreiches co-branded Produkt auf den Markt gebracht.
Warum gute Creator-Kampagnen bei KoRo mit Vertrauen beginnen
Behind the Scenes: Kannst du uns einen Blick hinter die Kulissen einer typischen Influencer-Kooperation bei KoRo geben? Wie viel kreativen Spielraum haben die Influencer, und wie stellt ihr sicher, dass die Markenbotschaft authentisch bleibt?
Wenn wir eine Kooperation neu abschließen, gibt es fast immer einen Testzeitraum über ein bis vier Monate, in dem beide Seiten schauen können, ob die Kooperation den jeweiligen Vorstellungen entspricht. Ist das der Fall, arbeiten wir am liebsten langfristig zusammen. Zu Beginn der Kooperation stellen wir den Partner:innen KoRo als Marke vor und geben natürlich auch einige Vorgaben, wie das Einhalten von Green- und Health Claims, mit. Danach posten die Creator:innen meist mehrmals pro Monat – Instagram Stories, Reels, YouTube Videos, Twitch Streams oder sogar über verschiedene Channels – und binden unsere Produkte dort ein, wo sie auch wirklich im Alltag stattfinden. Dabei gibt es keine weiteren Vorgaben oder Freigabeprozesse. Wir versenden monatlich Fokus-Briefings je nach unseren aktuellen Schwerpunkten und Kampagnen im Marketing. Diese dienen aber vor allem der Inspiration und stellen keine strengen Vorgaben dar. Auch darf jede:r Creator:in die Produkte, die sie vorstellen wollen, frei und nach Geschmack und Interesse auswählen. Somit entsteht sehr glaubwürdiger und kreativer Content.
KoRo verfolgt die eigene Creator-Strategie konsequent – auch abseits klassischer Plattformen. So trat CEO Piran Asci kürzlich beim VOX-Format
„Das perfekte Dinner“ auf und nutzte die Gelegenheit, um KoRo in Szene zu setzen.

Während das als authentischer Marketing Move durchaus zur Marken-DNA passt, stieß der Auftritt in Teilen der Zuschauer:innenschaft auch auf Kritik: Die Kombination aus Kochshow und Unternehmens-Pitch wurde nicht von allen als gelungen empfunden. Einen Einblick in den Auftritt gibt’s hier: RP Online berichtet über den KoRo-Chef beim Perfekten Dinner. Dieser Fall zeigt: Selbst bei einer etablierten Creator Brand wie KoRo bleibt der Grat zwischen cleverem Selbst-Marketing und Überinszenierung schmal – ein spannender Diskussionspunkt im Kontext von CEO Branding und Authentizität.
Der Schlüssel zu authentischem Content
Lessons learned: Rückblickend, welche Fehler oder Herausforderungen habt ihr im Influencer Marketing erlebt, und wie habt ihr daraus gelernt?
Wir haben in der Vergangenheit einige riskante Deals gemacht. Sei es ein ganz neues Format wie Podcast oder neue Creator:innen, die eigentlich nicht den 100-prozentigen Brand Fit mit KoRo hatten. Manche davon haben super gut funktioniert – wie zum Beispiel unser Sponsoring von 7 vs. Wild – andere sind gefloppt und der Return of Invest war nicht da. Schlussendlich können wir aber sagen, dass dieses Ausprobieren auch manchmal notwendig ist, um Erfahrungen zu machen und Fehler in Zukunft zu vermeiden.
In einer Welt voller Werbung – wie stellt ihr sicher, dass eure Influencer-Kooperationen authentisch und glaubwürdig bleiben?
Indem wir maximale kreative Freiheit geben. Ein Produkt, das man sich selbst ausgesucht hat und es dann im Alltag einsetzt, wenn es wirklich gebraucht wird, kann man mit ganz absoluter Überzeugung seiner Community empfehlen. Unser Ziel ist es, dass Content entsteht, der wie die ehrliche Empfehlung von einem Freund oder einer Freundin ist.
Auch neue EU-Vorgaben setzen Creator unter Druck. Warum ein Viertel aller Posts nicht gesetzeskonform ist, erfährst du im Artikel.
Risiko für Brands und Creator:
Ein Viertel der Influencer Posts ist nicht gesetzeskonform markiert

So funktioniert authentisches Influencer Marketing bei KoRo
KoRo hat Influencer Marketing nicht neu erfunden – aber das Food-Unternehmen lebt diesen Erfolgshebel und Markenmotor anders als viele andere Brands. Der entscheidende Unterschied: maximale Freiheit statt Micro Management, Community Fit statt Massenreichweite und echte Langzeitbeziehungen statt einmaliger Placements. Klara Modes und ihr Team schaffen es, Kooperationspartner:innen nicht als reine Werbefläche zu sehen, sondern als kreative Mitgestalter:innen der Marke.
Mit über 25.000 Erwähnungen auf Instagram, TikTok und YouTube gehört KoRo zu den sichtbarsten Food Brands auf Social Media. Ob durch langjährige Kooperationen mit Creatorn wie fitgreenmind, virale TikToks von minimalara oder starke Präsenz in Podcasts – KoRo zeigt, dass Influencer Marketing funktioniert, wenn man auf echte Begeisterung, kreative Freiheit und langfristige Beziehungen setzt. Gleichzeitig bleibt die Marke offen für neue Kanäle, testet Formate wie Twitch oder Fernsehproduktionen wie 7 vs. Wild an und schafft es, sich trotz wachsender Komplexität auf die eigenen Grundwerte zu fokussieren: Glaubwürdigkeit, Snackability und echtes Vertrauen – auf Augenhöhe mit der Community. Wer 2025 im Creator Marketing mitspielen will, sollte sich KoRo nicht nur als Best Case anschauen, sondern als Blueprint für eine neue, ehrlichere Art der Markenkooperation.