Aktie auf 5-Jahres-Tief: Was Apple gegen Trumps Strafzölle tun kann

Apple steht vor großen Herausforderungen durch die neuen US-Zölle von bis zu 54% auf Importe aus China, Indien und Vietnam....

Apr 3, 2025 - 19:12
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Aktie auf 5-Jahres-Tief: Was Apple gegen Trumps Strafzölle tun kann

Apple steht vor großen Herausforderungen durch die neuen US-Zölle von bis zu 54% auf Importe aus China, Indien und Vietnam.

Der Grund: Es sind zentrale Produktionsstandorte für iPhones und andere Geräte. Analyst Ming-Chi Kuo prognostiziert einen Gewinnmargen-Rückgang von 8,5 – 9 %, falls Apple die Kosten nicht an Endkunden weitergibt.

Die Aktie drehte schon im nachbörslichen Handel 7 Prozent ins Minus. Inzwischen steht sie nur noch auf 206 US-Dollar, das sind minus 17,66 US-Dollar im Vergleich zum Vortag.

Fünf Strategien, die Apple jetzt anwenden könnte

Um die Auswirkungen abzufedern, setzt Apple laut dem bekannten Analysten Ming Chi Kuo auf fünf Strategien:

Ein Produktionsausbau in Indien könnte den Margenverlust auf 1 – 3 % drücken, sofern das Land Zollbefreiungen aushandelt und 30 % der globalen iPhone-Fertigung übernimmt. Aktuell stammen nur 15 % der iPhones aus Indien, ein Anstieg auf 25 % ist bis 2027 geplant.

Preiserhöhungen für die Pro-Modelle?

Parallel erwägt Apple laut Kuo Preiserhöhungen für Pro-Modelle, da Premiumkunden „preistoleranter“ sind. Allein in den USA entfallen 65 – 70 % der Verkäufe auf Pro-Modelle.

Zusätzlich prüft Apple offenbar höhere Carrier-Subventionen, niedrigere Trade-in-Werte und Kostendruck auf Lieferanten. Kritiker bemängeln, dass viele Maßnahmen letztlich Verbraucher belasten – etwa durch versteckte Gebühren oder geringere Rabatte.

Trotz jahrelanger Bemühungen, die Lieferkette zu diversifizieren, produziert Apple noch immer 85 – 90 % der Hardware in China. Die neuen Zölle treffen auch alternative Standorte: Vietnam (46 %), Indien (26 %) und Thailand (36 %).

„Techbranche am Scheideweg“

Langfristig plant Apple Investitionen von 500 Milliarden US-Dollar in US-Anlagen, darunter eine KI-Server-Fabrik in Texas. Kurzfristig dürften die Zölle die Inflation um 1 % anheizen und das US-Wachstum auf 1,5 % drosseln.

Experten wie Dan Ives von Wedbush sehen die Techbranche „am „Scheideweg“ – falls China Vergeltung fürs Trumps Maßnahmen übt, drohen Lieferengpässe für KI-Chips und ein Umsatzrückgang zugunsten lokaler Marken wie Huawei.

Start der Strafzölle am 9. April

Ab 9. April treten die Strafzölle in Kraft. Es sei denn, das eine oder andere Land oder Europa insgesamt kann sich mit der Trump-Administration einigen. Dann könnten die Strafzölle vorerst gestoppt werden – oder ganz vom Tisch sein. Letzteres gilt aber eher als unwahrscheinlich…

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