Oukitel WP200 Pro im Test

Das Oukitel WP200 Pro kombiniert schickes Design, OLED und 5G mit Outdoor-Tauglichkeit. Das Zweit-Display wird sogar zum Headset oder zur Smartwatch. Mehr im Test.

Apr 2, 2025 - 17:58
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Oukitel WP200 Pro im Test

Das Oukitel WP200 Pro kombiniert schickes Design, OLED und 5G mit Outdoor-Tauglichkeit. Das Zweit-Display wird sogar zum Headset oder zur Smartwatch. Mehr im Test.

Outdoor-Smartphones gelten oft als klobig und funktional – das Oukitel WP200 Pro kommt allerdings in einem vergleichsweise schicken Design daher und erinnert eher an ein gewöhnliches Smartphone als an einen typischen Outdoor-Brocken. Doch das eigentliche Highlight steckt auf der Rückseite: Ein zweites Display, das sich nicht nur als Info-Screen nutzen lässt, sondern auch als monaurales Bluetooth-Headset zum Telefonieren dient. Wer will, kann es mit dem beiliegenden Armband sogar als Smartwatch tragen – eine wirklich ungewöhnliche Lösung.

Auch die restliche Ausstattung klingt vielversprechend: ein OLED-Display mit guter Bildqualität, ein schneller Prozessor mit 5G und Android 15. Hinzu kommt eine 108-Megapixel-Kamera. Zum Marktstart bekommt man es limitiert bereits ab 525 Euro beim Hersteller. Doch wie gut schlägt sich das Oukitel WP200 Pro im Alltag? Das klärt unser Testbericht.

Design

Optisch wirkt das Oukitel WP200 Pro weniger martialisch als viele andere Outdoor-Smartphones. Auffälligstes Designelement ist das große, runde Kamera-Modul auf der Rückseite, das etwa 7 mm hervorsteht und entfernt an ein chinesisches Flaggschiff-Modell von Xiaomi erinnert. In der Mitte befindet sich ein zweites Display – hierzu später mehr. Der kantige Rahmen besteht aus Aluminium, während die geriffelte Rückseite aus Kunststoff gefertigt ist und guten Grip bietet. Eine gummierte Beschichtung gibt es allerdings nicht, und die Anschlüsse liegen frei.

Mit einem Gewicht von 311 g bringt das WP200 Pro deutlich mehr auf die Waage als herkömmliche Smartphones. Seine Abmessungen von 163,6 × 77,9 × 13,7 mm machen es zudem zu einem recht massiven Gerät. Dennoch fällt es etwas kompakter und leichter aus als manch anderes Outdoor-Smartphone. Rechts sitzen die Lautstärkewippe und der Power-Button, während sich auf der linken Seite ein roter, programmierbarer Knopf befindet. Dieser lässt sich mit bis zu drei Funktionen belegen – für kurzes, langes oder doppeltes Drücken.

Die größte Besonderheit des WP200 Pro ist das zweite Display auf der Rückseite. Doch dieses ist weit mehr als ein einfacher Zusatzscreen für Widgets, Benachrichtigungen oder die Uhrzeit. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Kombination aus Bluetooth-Headset und Smartwatch – ja, richtig gehört!

Das kleine Display kann man per Knopfdruck aus dem Smartphone entnehmen und in ein mitgeliefertes Armband samt Halterung einsetzen. Gekoppelt über die „Da Fit“-App wird es so zu einem Fitness-Tracker. Alternativ kann es sich ins Ohr stecken, denn auf der Rückseite des Mini-Displays befinden sich ein Kopfhörer und Mikrofon – ein spannendes Feature, das wir so bisher nicht gesehen haben.

Wie es sich für ein Outdoor-Smartphone gehört, ist das Oukitel WP200 Pro äußerst robust. Laut Hersteller übersteht es Stürze aus bis zu 1,5 Metern Höhe auf harten Untergrund. In unseren Tests zeigte es sich tatsächlich sehr widerstandsfähig und nahm selbst nach mehreren Stürzen keinen Schaden.

Zusätzlich ist das Gerät nach IP69K zertifiziert, was bedeutet, dass es nicht nur staub- und wasserdicht ist, sondern auch heißem Wasser und Hochdruck standhält. Die US-Militärnorm MIL-STD-810H bestätigt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stößen und Vibrationen – ideale Voraussetzungen für den Einsatz in der Wildnis. Als zusätzliches Extra legt Oukitel eine transparente Schutzhülle aus Kunststoff bei. Diese brächte es nicht, zudem dürfte sie eher kaputtgehen als das Handy selbst.

Display

Outdoor-Smartphones mit OLED-Displays sind noch eine Seltenheit – das Oukitel WP200 Pro macht hier eine erfreuliche Ausnahme. Das Panel liefert starke Kontraste, tiefes Schwarz und lebendige Farben. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt. Allerdings zeigt der Bildschirm eine leichte Blaufärbung, wodurch das Bild manchmal kühl wirkt.

Mit einer Bildwiederholrate von 120 Hz sorgt das Smartphone für flüssige Animationen und eine geschmeidige Darstellung bei Spielen. Die 6,7-Zoll-Diagonale kombiniert Oukitel mit einer Auflösung von 2412 × 1080 Pixeln. Das liefert ein scharfes Bild bei einer hohen Pixeldichte von 394 PPI.

Verbesserungspotenzial besteht jedoch bei der maximalen Helligkeit. Unsere Messung ergab lediglich rund 530 Nits. Zwar bleibt der Bildschirm im Freien grundsätzlich ablesbar, doch bei direkter Sonneneinstrahlung reicht die Helligkeit nicht aus – ein großes Manko. Leider kämpfen viele Outdoor-Smartphones mit diesem Problem.

Kamera

Herzstück der Kamera ist die 108-Megapixel-Hauptlinse (f/1.89). Ergänzt wird sie durch eine eher symbolische 2-Megapixel-Makrokamera (f/2.2) sowie eine Linse zur Tiefenschärfe-Erzeugung – ein einzelnes Objektiv hätte wohl gereicht. Eine optische Bildstabilisierung fehlt. Die 32-Megapixel-Frontkamera sitzt in einer Punch-Hole-Notch im Display.

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera ordentliche Aufnahmen, schwächelt jedoch beim Dynamikumfang: Helle oder dunkle Bildbereiche verlieren schnell an Details. Bis zu einem zweifachen Zoom bleiben die Aufnahmen brauchbar, darüber hinaus wird das Bild sichtbar pixelig. Bei Dunkelheit sinkt die Bildqualität drastisch – nur mit zusätzlichen Lichtquellen, etwa einer Straßenlaterne, bleibt noch etwas erkennbar.

Makroaufnahmen leiden unter der geringen Auflösung und wirken detailarm sowie unscharf. Videos lassen sich maximal in 4K bei 30 fps aufnehmen. Die 32-Megapixel-Frontkamera liefert gute Selfies – allerdings nur bei ausreichend Licht.

Ausstattung

Das Oukitel WP200 Pro überrascht mit seiner starken Performance für ein Outdoor-Smartphone. Möglich macht das der Mediatek Dimensity 8200. In unserem Test erreicht das Gerät im PCmark rund 15.000 Punkte – ein Wert, der fast an Flaggschiff-Modelle heranreicht. Bei 3Dmark Wild Life Extreme erzielt es 1.700 Punkte, womit es sich auch zum mobilen Gaming eignet. Dabei bleibt die Performance stabil, selbst unter längerer Belastung, ohne übermäßige Hitzeentwicklung. Damit ist das WP200 Pro eines der leistungsstärksten Outdoor-Smartphones aus unseren Tests.

Ein weiteres Highlight ist der üppige Speicher: Das Gerät bietet satte 1 TB an Speicher (UFS 4.0) und 24 GB RAM – ein seltener Anblick in dieser Geräteklasse. Eine microSD-Erweiterung gibt es zwar nicht, aber angesichts des großen internen Speichers dürfte das kaum stören. Der Dual-SIM-Betrieb mit zwei Nano-SIMs ist möglich, eSIM wird jedoch nicht unterstützt.

Das WP200 Pro unterstützt 5G, Wifi 6, Bluetooth 5.3 und NFC. Der einzige Wermutstropfen: Der USB-C-Anschluss arbeitet nur mit USB 2.0, was für schnellere Datenübertragungen suboptimal ist. Eine 3,5-mm-Klinke fehlt, dafür gibt es einen Infrarot-Port. Der Fingerabdrucksensor auf der Anzeige arbeitet zuverlässig. Im Hinblick auf Navigation punktet das Smartphone mit einer präzisen Ortung über GPS, Glonass, Beidou und Galileo – im Test lag die Genauigkeit bei einem Meter. Die Telefonqualität ist insgesamt ordentlich, klingt aber gelegentlich etwas blechern. Ähnliches gilt für den integrierten Lautsprecher.

Eine echte Innovation ist das herausnehmbare Zweit-Display auf der Rückseite. Anders als bei Outdoor-Smartphones von Fossibot, die ein solches Zusatzdisplay für Widgets nutzen, steckt hier ein gänzlich neues Konzept dahinter: Das kleine Display verbirgt einen integrierten True-Wireless-Kopfhörer. Das gab es so bisher bislang nicht – und wir sind erstaunt über diese kreative Lösung. Allerdings ist die Klangqualität beim Telefonieren eher dumpf.

Doch das war bisher nicht alles: Das Zweit-Display lässt sich auch als Smartwatch verwenden. Ein passendes Armband liegt dem Gerät bei, sodass sich der kleine Bildschirm wie ein günstiger Fitness-Tracker tragen lässt. Neben der Uhrzeit zeigt es Gesundheitsdaten wie Puls und Schlafanalyse an, wobei die Messwerte eher ungenau sind – vergleichbar mit günstigen Trackern unter 30 Euro. Telefonieren über das Display funktioniert allerdings nur, wenn man es ins Ohr steckt. Der Wechsel zwischen den Modi klappt jedoch reibungslos.

Software

Ausgeliefert wird das Oukitel WP200 Pro bereits mit Android 15. Die Nutzeroberfläche erinnert stark an Vanilla-Android, und der Hersteller verzichtet erfreulicherweise auf Bloatware. Einziger Wermutstropfen: Der Sicherheitspatch ist nicht auf dem neuesten Stand und stammt noch aus Dezember. Wie häufig – oder ob überhaupt – Updates bereitgestellt werden, lässt Oukitel offen.

Akku

Der Akku bietet eine Kapazität von 8800 mAh – viel für ein Smartphone, aber typisch für ein Outdoor-Modell. Im simulierten Battery Test von PCmark lief das WP200 Pro rund 20 Stunden, ein guter Wert angesichts des energiehungrigen OLED-Displays. Im Alltag hält es problemlos zwei Tage durch, bei sparsamer Nutzung sogar drei. Das mitgelieferte 45-Watt-Netzteil lädt den Akku in knapp über drei Stunden von 20 auf 100 Prozent.

Preis

Direkt bei Oukitel kostet das WP 200 Pro zum Marktstart 553 Euro bei einer UVP von 647 Euro. Die ersten 100 Stück sind rabattiert auf 525 Euro – den Preis sieht man erst im Warenkorb. Weil das Unternehmen in China ansässig ist, greifen Bestimmungen zum Käuferschutz der EU nicht. Der chinesische Anbieter bietet für das Gerät jedoch 30 Tage Rückgaberecht ohne Angabe von Gründen sowie weltweit eine Garantie für ein Jahr. Die erste Charge ist auf 3000 Exemplare limitiert. Als Farben stehen Grau, Schwarz und Grün zur Auswahl.

Fazit

Das Oukitel WP200 Pro bietet starke Leistung, die es sogar fürs Gaming geeignet macht. Dazu kommen sehr viel Speicher, präzises GPS, 5G und ein OLED-Display in robuster Bauweise – wirkt aber deutlich eleganter als viele andere Outdoor-Smartphones. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht brauchbare Aufnahmen, die Display-Helligkeit könnte jedoch höher sein. Zudem ist unklar, wie regelmäßig Android-Updates erscheinen.

Das herausnehmbare Zweit-Display ist ein besonderes Merkmal: Es kann als monaurales Bluetooth-Headset oder mit dem mitgelieferten Armband als Smartwatch genutzt werden. Allerdings erfüllt es als Smartwatch nur einfache Funktionen, die Klangqualität des Headsets ist zudem eher durchschnittlich.

  • starker Prozessor
  • OLED-Display mit 120 Hz
  • lange Akkulaufzeit
  • Zweit-Display wird zu Headset oder Smartwatch
  • OLED-Display nur mäßig hell
  • Makrolinse überflüssig
  • unklarer Update-Support